THE HELP - Filmkritik 1 #itslauraspart

Freitag, 22. Mai 2015



Um ganz ehrlich zu sein, musste ich ziemlich lange überlegen, bis ich mich endlich für einen Film entscheiden konnte, den ich euch in diesem Format als erstes vorstellen möchte. Es sollte nichts zu spezielles sein, aber auch kein belangloser Popcornfilm.
Schließlich ist mir das Drama "The Help" in den Sinn gekommen. Dieses hatte ich mir eigentlich schon gleich zu Beginn meiner Überlegungen vor etwa einem Monat (man merkt; ich bin ziemlich schlecht darin, spontane Entscheidungen zu treffen) ganz oben auf meiner Liste notiert, ihn aber in der Zwischenzeit schon wieder vergessen. Das ist für mich im Nachhinein eigentlich kaum nachvollziehbar, da man diesen Film nicht so schnell vergisst, wenn man ihn einmal gesehen hat. Er basiert auf dem gleichnamigen Bestseller-Roman von Kathryn Stockett (im Deutschen: "Gute Geister"), welcher 2009 erschienen ist. Ich persönlich habe ihn noch nicht gelesen, aber das möchte ich so schnell es geht ändern, da ich die Story unfassbar berührend und spannend finde.




Originaltitel: The Help
Genre: Drama
Laufzeit: 146min
FSK: 0
Erscheinungsjahr: 2011
Regie: Tate Taylor
Hauptdarsteller: Emma Stone, Viola Davis, Bryce Dallas Howard, Octavia Spencer

Sowohl der Film als auch der Roman spielen in Jackson (Mississippi) der 60er-Jahre. Damals war es für weiße Familien üblich, ein schwarzes Dienstmädchen zu beschäftigen, das sich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder kümmert. Aber die Frauen waren bei weitem nicht gleichberechtigt - Diskriminierung und Rassismus standen an der Tagesordnung. 
Skeeter Phelan (Emma Stone), die ihrerseits von einem schwarzen Dienstmädchen aufgezogen wurde und anstrebt, Autorin zu werden, möchte in Zusammenarbeit mit jenen Frauen ein Buch veröffentlichen, das diesen schwierigen Alltag aus ihrer Sicht schildert. Dabei baut sie auf die Unterstützung von Aibileen (Viola Davis) und deren Freundin Minny (Octavia Spencer), mit deren Hilfe sie möglichst viele Dienstmädchen interviewen und in das Projekt miteinbeziehen kann.

Dieses Projekt erweist sich jedoch als sehr gewagt und es wird sich ihm kritisch gegenübergestellt - vor allem die weißen Hausfrauen der Stadt sind echauffiert.


Die Inhaltsangabe mag nach einem ernsten und sehr gewollt gesellschaftskritischen Film klingen, der dem Zuschauer eine Message aufbinden will (was ich persönlich bei Filmen als negativ empfinde). 
Aber so ist es ganz und gar nicht. 
Der belehrende Zeigefinger bleibt aus, der Film vermittelt viel Gefühl und bringt gleichzeitig noch eine Spur Witz mit, was zeitweise die Atmosphäre wieder lockert. Vor allem die spießbürgerlichen weißen Frauen sind herrlich „bescheuert“ (vor allem die Figur von Jessica Chastain, die mit ihrer wirklich sehr verrückten Art die Atmosphäre auflockert, ohne unangebracht zu wirken).

Trotzdem stellt er die Grausamkeit des Rassismus überzeugend dar, was einem sehr nahe geht. Man leidet zeitweise wirklich mit und muss sich immer wieder fragen, wie eine einfache Hautfarbe solch einen großen Unterschied machen konnte (und es teilweise heute noch tut). 

Ein weiterer positiver Punkt von meiner Seite aus ist, dass es kein typisches Schwarz-Weiß-Schema gibt (Nein, das war eigentlich kein gewollter schlechter Wortwitz :D), sondern die so gegensätzlich scheinenden Seiten ineinander übergehen und es dadurch nicht nur eindeutig gute und böse Charaktere gibt.Allerdings will ich aus Spoilergefahr nicht näher auf einzelne Figuren eingehen. 
Grundsätzlich ist es faszinierend zu sehen, wie die Charaktere agieren und sich entwickeln; vor allem Skeeter ist eine beeindruckende Figur, die den Zuschauer ermutigt, das zu tun, was man selbst für richtig hält. Deshalb glaube ich auch, dass der Film gerade jungen Menschen eine gute Message mit auf den Weg gibt. 
Insgesamt ist die Geschichte, die auf der Stärke von drei Frauen basiert, die etwas wagen und durchsetzen wollen, sehr „inspirierend und mutig“ – an dieser Stelle kann ich dem Text auf der DVD-Rückseite nur Recht geben.
Auch die Atmosphäre ist authentisch und man fühlt sich jede Sekunde als wäre man tatsächlich in den Sechzigern gelandet, was dem Film als weiteres Mittel dient, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.


Fazit: Nicht nur die schauspielerische Leistung der Darsteller überzeugt, sondern auch die berührende Geschichte an sich geht einem nahe. Die Gesellschaftskritik wird satirisch und unterbewusst vermittelt, sodass man als Zuschauer ein atmosphärisches, authentisches und gefühlvolles Filmerlebnis bekommt, das zu Tränen rührt.
Meiner Meinung nach ist dieser Film ein Film, den man gesehen haben sollte, da ich die Themen Rassismus und Diskriminierung – leider – als allgegenwärtiges Problem betrachte und die Message, die dieses Werk vermittelt, den Zuschauer zum Nachdenken anregt und auch ermutigt.
Bis zur nächsten Filmkritik! Eure Laura

Kommentare

  1. Erstmal Daumen hoch für die neue Kategorie :) Ich liebe Filme und lese mir immer gerne durch, was andere Leute zu bestimmten Filmen stehen.
    "The Help" habe ich noch nicht gesehen, aber ich habe das Buch vor ein paar Jahren gelesen. Mir hat es auch ganz gut gefallen - jeder Charakter war einzigartig und man konnte sich sehr gut in ihre Gefühlswelten hineinversetzen. Was man jedoch kritisch betrachten muss, ist dieses "Hey, eine weiße Frau kommt und rettet die armen schwarzen Dienstmädchen, die sich alleine nie aus ihrer misslichen Lage befreien könnten". Es ist halt ein heikles Thema und die Tatsache, dass die Geschichte aus der Feder einer weißen Schriftstellerin kommt, macht es nicht besser.

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Danke, schön, dass dir die Kategorie gefällt :)
      Du hast absolut Recht, es ist wirklich ein ziemlich heikles Thema und ich hatte auch beim Schreiben dieses Posts teilweise ein seltsames Gefühl; heutzutage ist Political Correctness einfach ein ziemlich großer Begriff und ich wollte nicht aus Versehen rassistisch klingen oder sowas in der Art, eben weil es so ein heikles Thema ist. Das wäre aber tatsächlich ein Punkt, den man kritisieren könnte.
      Liebe Grüße,
      Laura

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  2. Echt Super, dass du dich dazu entschieden hast so einen blogpost zu verfassen. Mich hat er wirklich sehr beeindruckt & ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
    Ich habe vom Film, aber auch vom Buch noch nichts gehört, dennoch hört es sich sehr interessant an, vielleicht werde ich ihn mir in Kürze mal anschauen :)
    Lg ♥
    www.natalyax.blogspot.de

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    1. Vielen Dank für dein positives Feedback :)
      Es freut mich sehr, dass du überlegst, dir den Film anzugucken, schreib dann gerne einen Kommentar, wie du ihn fandest, das würde mich wirklich interessieren.
      Liebe Grüße,
      Laura

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  3. Wow, super Post! Das hört sich echt toll an, finde ich wirklich interessant :)
    Liebe Grüße,
    Julia

    http://alwaysbeyourselves.blogspot.de/

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    1. Danke für deinen lieben Kommentar, das freut mich ;)
      Liebe Grüße,
      Laura

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  4. Dein Blog ist mega cool außerdem finde ich deinen Namen Lizzy echt schön :)

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  5. Wow dein Blog ist mega schön *_*
    Zum Film: Ich find ihn sehr sehr schön und bewegend. Ich hab dazu auch das Buch geschenkt bekommen und werde das jetzt auch mal lesen, denn für mich ist Film und Literatur ganz unterschiedlich und bin gespannt wie das im Buch rüber kommt.

    Alles Liebe ♡ Katharina ∞ Mein Blog: Wiener Prada

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