GRAVITY- Filmkritik II #itslauraspart

Donnerstag, 18. Juni 2015



Originaltitel: Gravity // Genre: Science-Fiction-Thriller // Laufzeit: 91min // FSK: 12 // Erscheinungsjahr: 2013 // Regie: Alfonso Cuarón // Hauptdarsteller: Sandra Bullock, George Clooney

At 372 miles above the earth, there is nothing to carry sound. No air pressure. No oxygen. Life in space is impossible 
                                   
Mit diesen nüchternen, auf schwarzem Grund erscheinenden Zeilen beginnt das Science-Fiction-Abenteuer Gravity, über das ich heute schreibe. Nachdem ich das letzte Mal mit The Help eine Tragikomödie thematisiert habe, möchte ich jetzt, für die Adrenalin-Junkies unter euch, einen spannenderen Film präsentieren.
Als ich den Trailer zum Film durch Zufall erstmals als Werbung vor einem YouTube-Video gesehen habe, bekam ich spontan Gänsehaut; Raumfahrt und generell die unendlichen Weiten des Universums haben mich schon immer fasziniert und zu sehen, wie ein einzelner Mensch ins schwarze Nichts katapultiert wird, immer kleiner und unbedeutender wird, fand ich einfach nur beeindruckend.
Die Chance, den Film im Kino zu sehen, habe ich trotzdem verpasst, was mich im Nachhinein immer noch ärgert, da ich am Beispiel von Christopher Nolans Interstellar, der letztes Jahr in den Kinos lief, gemerkt habe, wie unfassbar mitreißend ein solcher Science-Fiction-Film auf der großen Leinwand wirkt.
Dennoch war Gravity ein atmosphärisches Filmerlebnis, das ich anderen, also Euch, gerne empfehlen würde.


Die Handlung lässt sich relativ knapp erläutern. Der Film spielt durchgängig im Weltall, wo, wie man bereits im Trailer sieht, Reparaturarbeiten am Hubble-Weltraumteleskop in einem Desaster enden, als den Astronauten, salopp ausgedrückt, plötzlich Trümmerteile eines zerstörten Satelliten um die Ohren fliegen, die das Space Shuttle und das Teleskop zerstören. Nun müssen die Biomedizinerin
Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) und der Astronaut Matt Kowalski (George Clooney) alles daran setzen, sich zu retten – ohne Funkkontakt zur Erde.
Der Film hat eine mitreißende und packende Atmosphäre.
Diese wird vor allem durch Geräusche und den tollen Soundtrack kreiert.
Eines meiner persönlichen Highlights ist, wie die schon zu Beginn des Films angedeutete Stille umgesetzt wurde. Man hört bzw. fühlt im Hintergrund immer eine Art dumpfes Wummern, das einem das Gefühl gibt, als befinde man sich selbst im All und das einem ein teilweise sogar beklemmendes Gefühl gibt. Ähnlich wie in einem U-Boot fühlt es sich an; als sei man umgeben von Unendlichkeit und nur durch eine Wand – zeitweise auch durch nichts – von dieser getrennt. Deswegen würde ich auch empfehlen, den Film mit einer möglichst guten Soundanlage (und vorzugsweise im komplett Dunklen ;)) zu schauen, damit man dieses „Weltraumfeeling“ komplett und am eigenen Leib miterleben kann.
Aber natürlich trägt auch die visuelle Umsetzung zu dieser Atmosphäre bei. Vor allem die wunderschönen Aufnahmen, die die Erde und die schwarzen Weiten des Alls zeigen, und die direkt am Anfang zu sehen sind, haben es mir angetan.
Was ich besonders faszinierend finde: Diese eben beschriebene Szene ist eine Plansequenz, was bedeutet, dass es hier über einen gewissen Zeitraum keinen Schnitt gibt. Vor allem die sich drehende Kameraperspektive gibt einem ein 360°-Bild der Szene, was das vorhin schon erwähnte „Weltraumfeeling“ noch verstärkt.
Allgemein gibt es viele schöne und ideenreiche Bilder und Kamerafahrten; mein absoluter Lieblingsmoment ist die „Embryohaltung“. Wenn ihr zu der Szene kommt, werdet ihr wissen, was ich meine ;). Das ist einfach so schön und auch ästhetisch, dass ich beim Ansehen Gänsehaut bekommen habe.
Generell ist der Film sehr ausdrucksstark, aber dennoch kommt viel Spannung auf, sodass man regelrecht mitfiebert. Das hat mir auch sehr gut gefallen; es gab zwischendurch sehr emotionale und ruhige Momente, die sich dann mit hektischen und actiongeladenen Szenen abwechselten.


Aber natürlich ist auch dieser Film nicht perfekt. Das ständige „Scheiße. Nein… Oh Gott. Mist. Okay. Nein.“ von Sandra Bullock ging einem mit der Zeit schon gehörig auf die Nerven. Aber dies tut dem Film nicht wirklich einen Abbruch, da in ruhigen Momenten auch wirklich Ruhe war – auch bei der guten Sandra Bullock. Und dann kamen wieder Emotionen und Bilder, die wunderschön inszenierten Bilder und wunderschön gespielten Emotionen, die die Hektik wieder wettmachten und mich persönlich, obwohl das ja bei jedem variiert, berührt und fasziniert haben.
Diese wunderschönen Emotionen und Bilder und auch die Spannung, die durchgehend erhalten bleibt, genauso wie die schon erwähnte Atmosphäre, schaffen es auch, die tatsächlich schwache Handlung und die dünnen Dialoge, die viele Kritiker gerne ansprechen, zu übertönen.
Alles in allem würde ich den Film jedem empfehlen, vor allem wegen des „Weltraumfeelings“ und den atemberaubenden Aufnahmen, die nicht nur Weltallfans Gänsehaut verpassen.
Ein kleiner Tipp: Es wurde auch ein zugehöriger Kurzfilm veröffentlicht, der den Titel Aningaaq trägt. Der Sohn des Gravity-Regisseurs, Jonas Cuarón, führte hier die Regie.
Ich habe erst beim Recherchieren über Gravity herausgefunden, dass dieser existiert (der Kurzfilm, nicht der Sohn :D) und es lohnt sich definitiv, diesen anzuschauen, da er dem Ganzen nochmal eine gewisse tragische Note verleiht und man gleichzeitig den Protagonisten innerhalb von nur 7 Minuten ins Herz schließt, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass er überhaupt nicht weiß, wie die Situation aussieht; umgekehrt ist es genauso. Er rührt auf jeden Fall zu Tränen.
Allerdings: Aningaaq erst nach dem Film angucken!

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